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Großprojekt macht Anzug zur Pflicht

Kai Mischok aus Delbrück in Indien

von Marcel Kirf

Jaipur/ Delbrück. Schwüle Hitze schlägt Kai Mischok entgegen, als die Tür der klimatisierten Limousine geöffnet wird. Bei seinem gestrigen Abflug aus Deutschland waren die Zeitungen voll gewesen mit Meldungen über Rekordhitze in Europa. Hier, im indischen Jaipur, steigt das Thermometer schon mal auf 46 Grad Celsius. Jetzt tobt im Süden und Osten des Subkontinentes bereits der Monsun. In Jaipur, Hauptstadt der Provinz Rajasthan, ist es trocken. Es regnet nur an durchschnittlich 18 Tagen im Jahr. Auf dem roten Teppich streicht Mischok, der es sonst eher hemdsärmelig mag, sein Jackett glatt. Es ist ein großer Tag für den Bekleidungstechniker aus Delbrück-Anreppen. Sein langjähriger Freund und Geschäftspartner, der indisch-amerikanische Unternehmer Sajjid Khan, präsentiert heute ein ehrgeiziges Bauprojekt. In der „Pink City“, wie die Touristenmetropole Jaipur, rund 250 km südwestlich von Delhi und westlich von Agra (Taj Mahal) gelegen, wegen seiner Altstadt mit dem berühmten Palast der Winde genannt wird, soll ein „World Trade Park“ entstehen. Heute muss es Anzug sein.
Über den roten Teppich leitet uniformiertes Security-Personal in eine gewaltige, voll klimatisierte Kunststoffhalle in Form und Ausmaß eines Oktoberfest-Bierzeltes, die einzig für diesen Tag auf dem künftigen Baufeld errichtetet wurde. Doch nichts erinnert an eine Baustelle. Die 600 geladenen Gäste umgibt vielmehr die Atmosphäre einer Filmpreisgala. Im Inneren stehen livrierte Kellner Spalier an Cateringständen im Foyer, zur Linken öffnet sich ein messehallenartiger Präsentationsraum mit Showbühne und Pressetribünen, rechts befindet sich ein abgetrennter VIP-Bereich.
Mischok, der in Deutschland für das Projekt werben soll, ist sichtlich beeindruckt. „Ist das nicht Weltklasse?“ fragt er. Es wird nicht der einzige Superlativ dieses Tages bleiben. Mit einem fast zweistündigen, multimedialen Bühnenprogramm wird der „World Trade Park“, für den Smt. Vasundhra Raje, Ministerpräsidentin von Rajasthan, zuvor feierlich den Grundstein gelegt hat, aus der Taufe gehoben.
Umgerechnet rund 70 Mio. Euro investiert Khans Trägergesellschaft R.F. Properties & Trading, um auf über 65000 qm Bruttogeschossfläche einen integrierten Produktions-, Handels- und Messestandort zu schaffen. Dem modernen, baulich an Brasilia-Architekt Niemeyer erinnernden Komplex vorgelagert sind zwei Gebäudeteile, die wie Fangarme eines Kraken aussehen – eine symbolische Remineszenz an den auch im Werbeslogan „Change the world“ formulierten Anspruch, alle wirtschaftlichen Möglichkeiten der Region zu ergreifen. Denn Jaipur ist zwar ein Welthandelszentrum für Stoffe, Edelsteine, Gold, Silber und Schmuck, aber die zu 80 Prozent agrarisch geprägte Region Rajasthan konnte bisher noch nicht in umfänglichem Maße an dem galaktischen indischen Wirtschaftswachstum, das von den High-Tech-Regionen Bangalore, Hyderabad und Chennai im Süden getragen wird, teilhaben.
Doch das ändert sich rasant. Anoop Bartaria, Architekt und Gesellschafter des World Trade Parks, sieht in Jaipur die „am schnellsten wachsende Metropole des Landes“. Er zeichnet für 67 Prozent der zahlreichen Neubauten in der Stadt verantwortlich. Der World Trade Park, der schon in zwei Jahren fertig gestellt sein soll, wird in den Augen seiner geistigen Väter ein „Turbo für die Wirtschaftsentwicklung“ sein. Gleichsam als eine One-Stop-Agency soll der Komplex neben Produktionsstätten, Büros, Messe-, Konferenz- und Präsentationskapazitäten ein Einkaufszentrum, ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Multiplex-Kino, Clubs, Kunstgallerien, Theater und ein computergesteuertes Parksystem beherbergen.
Die Abwanderung junger Menschen und von Unternehmern aus der Region könne der World Trade Park Jaipur beenden, verspricht Sajjid Khan, „aber auch internationale Firmen finden hier einen neuen Zugang zum indischen und asiatischen Markt, der schon ein Weltmarkt ist.“ Das glaubt auch Kai Mischok. Das Modeunternehmen Gerry Weber aus Halle/ Westfalen habe sich zum Beispiel sehr interessiert gezeigt, erzählt er. Und er gibt sich überzeugt, dass auch andere deutsche Unternehmen ihre Zukunft im World Trade Park Jaipur finden werden. Seine Augen glänzen, als er das sagt. Für sein Delbrücker Büro hat er sich Plakate der indischen Werbekampagne geben lassen. Der Besuch in Indien hat ihn noch einmal bestärkt, das Projekt in Deutschland bekannt zu machen. Er ist bereits Feuer und Flamme. Jetzt will er den Funken weitertragen.

(Westfälisches Volksblatt 21.07.2005)

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